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Jugendbildungsbereich
der Hamburger Volkshochschule ausgezeichnet
Für ihr
vorbildliches und nachahmenswertes zivilgesellschaftliches Engagement
ist die Junge Volkshochschule Hamburg (Arbeitsbereich "VHS
und Schule") vom Bündnis für Demokratie und Toleranz
mit einer Urkunde ausgezeichnet worden.
Zu dem in
2004 ausgeschriebenen Wettbewerb "Aktiv für Demokratie
und Toleranz" wurde die Darstellung einer Projektwoche eingereicht,
die mit Jugendlichen der Julius - Leber - Gesamtschule unter dem
Motto "Zivilcourage, Konfliktfähigkeit, Gewaltprävention"
im Mai des letzten Jahres stattfand.
Der Jugendbildungsbereich
der Hamburger Volkshochschule (Junge VHS bzw. VHS und Schule) hat
an Hamburger Schulen in 2004 in erster Linie Projekte zur Gewaltprävention
und zum interkulturellen Lernen erfolgreich umsetzen können.
Dabei ist der Workshop "Zivilcourage, Konfliktfähigkeit,
Gewaltprävention" der Klassiker, der seit 1997 in Klassen
der Sekundarstufe I aller Schulformen sehr stark nachgefragt ist.
Die Projektwoche
zur Gewaltprävention beinhaltete acht verschiedene Workshops,
die für insgesamt 166 Schülerinnen und Schüler konzeptioniert,
organisiert und von 14 KursleiterInnen durchgeführt wurden.
Folgende Projekte sind
angeboten worden:
-
Zivilcourage -
Training
-
Forum
- Theater
-
Capoeira
- Workshop
-
Videofilm
- Projekt
-
Hip-Hop-Musical
-
Graffiti
- Bilder
-
Schreibwerkstatt
-
Fotowerkstatt
Alle Workshops sollten grundsätzlich
zu einer Förderung demokratischer Handlungskompetenzen beitragen.
Den Jugendlichen wurden daher bewusst größere Freiräume
bei der Gestaltung der Projektarbeit gegeben. Die KursleiterInnen
knüpften direkt an den Interessen und Fragestellungen der 13
bis 15jährigen Jugendlichen an und ermöglichten den SchülerInnen,
viele eigene Ideen in die gemeinsame Arbeit am Thema "Konstruktiver
Umgang mit Konflikten und Gewalt" einzubringen.
Im ersten
Schritt sind von den Jugendlichen selbst erlebte Konflikte thematisiert
und in vielfältiger kreativer Weise dargestellt worden. Danach
ging es jeweils darum, wie die dargestellten Konflikte gelöst,
verändert oder verhindert werden können.
Zivilcourage - Training
In diesem
Workshop wird der sinnvolle Umgang mit Konflikten aus dem Alltag
und deren Vermeidung gelernt. Zu diesem Training gehören
Körper-, Stimm- und Selbstbehautungsübungen, Rollenspiele,
das Ausprobieren ungewöhnlicher Verhaltensweisen in Konflikten
sowie Informationen über angemessenes Verhalten in gefährlichen
Situationen.
Unter Anleitung
von zwei Schauspielern und Theaterpädagogen werden Szenen
aus dem Alltag der Jugendlichen gespielt, die diese nicht bzw.
unbefriedigend lösen konnten. Danach werden möglichst
viele - auch verrückte - Ideen zur Konfliktregelung gesammelt,
in Spielszenen umgesetzt und die besten am Schluss auf die Bühne
gebracht.
Capoeira
Der Aspekt
des interkulturellen Lernens steht in diesem Workshop im Vordergrund.
Capoeira
ist eine Sportart, in der Kampfkunst und tänzerische Elemente
miteinander verbunden sind.
Es geht
den brasilianischen Kursleitern aber nicht nur um das Erlernen
der Capoeira, sondern auch um Parallelen im Leben von brasilianischen
und deutschen Jugendlichen.
Phasen kritischer
Auseinandersetzung über Lebenswelten junger Menschen aus
unterschiedlichen Kulturen (in der Projektwoche waren in diesem
Workshop Jugendliche aus insgesamt acht verschiedenen Kulturen
vertreten) wechseln ab mit dem Erlernen der Grundelemente der
Capoeira und der Auseinandersetzung mit brasilianischer Musik.
Das Videoprojekt
hat die Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Grenzen zum
Schwerpunkt. Es entstand ein Kurzfilm zum Thema "Liebe, Verletzung,
Eifersucht". Hierbei wurde mit filmischen Mitteln herausgearbeitet,
welche Möglichkeiten es gibt, mit eigenen Verletzungen in
einer Beziehung umzugehen, andere in einem solchen Prozess zu
unterstützen entsprechende Probleme zu bearbeiten und zu
einer für alle Beteiligten zu akzeptierenden Lösung
zu kommen.
Dieses Projekt
ist für Jugenddliche, die rappen, breaken oder Hip-Hop tanzen
können oder es lernen wollen. Es wurde zu dem Thema
"Halt - keine Gewalt" ein "Mini-Hip-Hop-Musical"
gemeinsam entwickelt. Die Präsentation auf der Bühne
fand vor einer vom Graffiti-Projekt gefertigten Kulisse statt.
Den Workshop
leiten professionelle Graffiti-Künstler. Sie vermittelten
Wissenswertes über die Geschichte und Kultur des Graffitti,
wie und vor allem auch wo Graffiti-Künstler arbeiten. In
der Projektwoche wurden Entwürfe für künstlerische
Graffitis gemacht, z.B. für T-Shirts, und die Kulisse des
Hip-Hop-Musicals erstellt.
Hier wird
über Themen wie Grenzen, Macht, Ohnmacht, Tabus, Ehre usw.
geschrieben. Der Workshop wird von zwei Schriftstellern geleitet
und vermittelt ebenfalls Einblicke in professionelles literarisches
und journalistisches Arbeiten.
Es werden
verschiedene Methoden eingesetzt, die kreative Prozesse auslösen.
Die Texte werden in der Gruppe diskutiert, wobei zusätzlich
das konstruktive Formulieren von Kritik eingeübt wird,
die der Empfänger als sachlich förderlichen Beitrag
zur Verbesserung seiner eigenen Arbeit annehmen kann.
Das Kennenlernen
der Fotografie als künstlerisches Ausdrucksmittel, Erfahrungen
mit Kamerafunktion, Belichtung, Filmmaterial, etc., Einblicke
in die praktische, handwerkliche Arbeit eines Fotografen und
ein geschärfter Blick für Bildgestaltung wird in diesem
Kurs vermittelt.
In der Projektwoche
wurden eigene fotografische Projekte zu Gewalt, aber auch zu
Freundschaft und Zivilcourage entworfen.
Die Fotos
entstanden vorwiegend im Stadtteil.
Am letzten Tag der Projektwoche
wurden alle Ergebnisse der Workshops in einer gemeinsamen Veranstaltung
vor Mitschülerinnen der Stufe und Jugendlichen anderer Klassen
präsentiert.
Das Engagement der Schülerinnen
und Schüler für "ihr Projekt" war deutlich spürbar.
Alle hatten versucht, das Thema Gewalt / Konflikte und einen veränderten
Umgang hiermit deutlich in ihrer Aufführung herauszuarbeiten.
Hierbei kamen die unterschiedlichen Facetten der die Jugendlichen
dieser Stufe bewegenden Konflikte zum Tragen.
Das Besondere
der Abschlusspräsentation war, dass alle Jugendlichen des Jahrgangs
auf der Bühne etwas gezeigt haben. Sie bekamen für das
Geleistete kräftig Applaus.
Die hier
beschriebenen Projekte können grundsätzlich auch als Neigungskurs
am Nachmittag an Schulen durchgeführt werden.
Die JVHS plant zur Zeit eine Projektwoche im Bereich
Medienpädagogik, die im Zusammenhang mit der Aktion "Schau
Hin!" steht, deren Partner das Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend ist.
Interessieren
Sie sich für diese oder ähnliche Projekte, dann wenden
Sie sich bitte an:
Claudia
Schneider Tel.: 040/42841 - 1493
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